Die Soul- City- Dancers sind heute eine Schautanzgruppe, deren Namen in Hof fast jeder kennt. Sogar bis weit über die Grenzen Hofs (50.000 Einwohner ) hinaus, werden sie mit ihren Schautänzen auf Bällen, Verleihungen und anderen großen Veranstaltungen engagiert.
Die Tänzer und Tänzerrinnen der Soul- City- Dancers sind aber keine Profis, sondern Schüler, Studenten, Handwerker und Arbeiter, für die Tanzen das wichtigste Hobby und die schönste Freizeitbeschäftigung ist.
Die Schautanzgruppe besteht heute insgesamt aus über 150 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und entstand vor zwanzig Jahren aus einer Turnerriege des TSV Hof 1861.
1980 hatte Iris Winterling, die damals eine Turnerriege im TSV trainierte, die Idee eine Jazztanzgruppe "auf die Beine zu stellen" und konnte ihre Turnerinnen ebenfalls dafür begeistern.
Nach dem erfolgreichen Debüt ihres ersten Tanzes auf das Stück "Love me Baby", kamen allmählich immer mehr Interessierte und das Training wurde fortgesetzt. Es wurden neue Tänze einstudiert, wie z.B. ein Rock' n Roll, ein Clowntanz, verschiedene Parodien, ein Katzentanz und ein Westerntanz, die auf kleinen Veranstaltungen des Vereins, Geburtstagen oder Polterabende aufgeführt wurden. Die Gruppe umfasste zu dieser Zeit zwölf Mädchen, im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren.
1985 kam mit dem "Löwentanz" der große Aufschwung und die Gruppe hatte sich zu einer echten Schautanzgruppe hochgearbeitet.
Während dieser Zeit entstand auch der Name "Soul- City- Dancers", unter dem die Schautanzgruppe heute bekannt ist.
Am 4.10.1986 war die Uraufführung des "Tanz der Teufel", beim Herbstfest des TSV in der Bürgergesellschaft in Hof. Während Iris Leichauer, wie die Trainerin inzwischen heißt, die Choreographie ihrer Tänze bis dahin immer auf zwölf Tänzerinnen beschränken musste, konnte sie diesen Tanz bereits für fünfzehn Tänzerinnen und einen Tänzer einstudieren und somit auch die ersten einfachen Hebefiguren miteinbeziehen.
Der "Tanz der Teufel" war der erste große Schautanz im Repertoire der Soul- City- Dancers. Er erzählt in mystischer Art und Weise die Geschichte einer jungen Liebe, die aufgrund der Verfeindung und des Kampfes zwischen den roten und den schwarzen Teufeln, zum Scheitern verurteilt ist.
Der Höhepunkt dieses Tanzes war 1989 eine Fernsehaufführung von RTL Plus bei der über Nacht 12 Stunden lang in einer Ruine am Theresienstein in Hof ein Video gedreht wurde. Ausgestrahlt wurde es am 31.12.89 in der Sendung "Dance".
Bereits 1987 äußerten Tänzer und Tänzerinnen den Wunsch auf Meisterschaften zu tanzen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Iris Leichauer, die mit den Regeln und Bestimmungen der Meisterschaften im karnevalistischen Schautanz schon vertraut war, begann nach einer geeigneten Möglichkeit zu suchen, da die Teilnahme an einem Tanzturnier eine Mitgliedschaft in einer Karnevalsgesellschaft voraussetzte.
Aufgrund freundschaftlicher Beziehungen zu einer Faschingsgesellschaft in der von Hof rund 20km entfernten Stadt Helmbrechts, kam 1987 eine Vereinbahrung zustande, durch die der Beitritt der Schautanzgruppe der "Soul-City-Dancers" zur FG Helmbrechts beschlossen wurde. Ihren Einstieg gaben sie im Januar dieses Jahres auf einer Prunksitzung des Vereins und gehörten ab diesem Tag offiziell zur Faschingsgesellschaft Helmbrechts.
Da nun die Möglichkeit zur Teilnahme an Meisterschaften gegeben war, trainierten die Tänzer und Tänzerinnen mit viel Ehrgeiz 2-3mal in der Woche und qualifizierten sich im November 1987, auf ihrem zweiten Tanzturnier in Kassel mit einem ersten Platz für die Deutsche Meisterschaft in Berlin. Dort konnten sie von 19 Schautanzgarden den siebten Platz belegen.
Der Aufstieg der Soul-City-Dancers zu einer der erfolgreichsten Schautanzgruppen im karnevalistischen Tanzsport
Während der Vorbereitungszeit zu einer neuen Schautanzdarbietung, die bis zu einem Jahr dauern kann, werden von Iris Leichauer für ihre Tänzer und Tänzerinnen kleinere Tänze (z.B. Solos, Paartänze und kleine Gruppentänze) mit weniger aufwendigen Kostümen einstudiert, die unter dem Motto"Dance Express" zur eigenen Schulung dienen und natürlich auf kleineren Bühnen auch vor Publikum aufgeführt werden.
In dieser Zeit entstehen auch die von einer befreundeten Kostümbildnerin entworfenen Kostüme für den neuen Schautanz. Sie werden von den Tänzern und Tänzerinnen selbst genäht und mit Pailletten bestickt, während Iris Leichauer die Choreographie ihres Tanzes entwirft und ihn im Laufe vieler Trainingseinheiten mit ihrer damaligen Co-Trainerin Sylvia Kittner einstudiert.
Im Februar 1990 konnten die Soul-City-Dancers ihre neue Show "Star Wars" vorstellen, die auf der Sportpalette des Turn-und Sportvereins Hof 1861 mit großem Erfolg anerkannt wurde. Dieser Tanz, in dem die Geschichte von zwei Astronauten vertanzt wird, die auf einem fremden Planeten landen, wurde zum bisher erfolgreichsten Schautanz der Soul-City-Dancers.
Mit "Star Wars" ertanzten sie sich den Titel des Oberfränkischen und Fränkischen Meisters, sowie im März 1990 in Münster den Titel des Deutschen Meisters. Daraufhin folgten Auftritte in Berlin, Mainz, Frankfurt und Wien, eine Einladung zu "Fastnacht in Franken", einer Fernsehproduktion im Bayerischen Rundfunk und anderen großen Veranstaltungen.
Nachdem sich die Hofer Tanzgruppe mit ihrem Deutschen Meistertitel auf den Turnieren einen Namen gemacht hatte, war es um so schwieriger mit guten Leistungen an der Spitze des Deutschen Schautanzsportes zu bleiben. Es folgte harte Trainingsarbeit und die inzwischen fünf Tänzer und fast 30 Tänzerinnen trainierten dreimal pro Woche. Mit ihrem neuen Schautanz "Leben in Atlantis" erzählte Iris Leichauer in einer witzigen Art und Weise, wie sie sich das Leben der Bewohner der versunkenen Stadt Atlantis vorstellt.
Mit extravaganten Schwimmbewegungen und neuen Hebefiguren gelang ihr ein Tanz mit dem sich die Soul-City-Dancers wieder für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren konnten. Sie erreichten einen vierten Platz und waren somit weiterhin an der Spitze der deutschen Schautanzgruppen vertreten.
Im Jahr 1993 wagten sich Iris Leichauer und ihre Co-Trainerin Gerlinde Kaiser an ein neues Thema, welches noch nie vorher vertanzt worden war: Ein Vulkanausbruch ! Eine junge Frau soll von ihrem Stamm zur Besänftigung eines Vulkanes geopfert werden, wird aber gerettet. Aus dieser Geschichte entstand der "Tanz auf dem Vulkan", eine ebenso mystische wie auch romantische Show, die beim Publikum sehr gut ankam.
Zwei Jahre hintereinander
wurden die Soul-City-Dancers damit deutscher Vizemeister und durften
den "Tanz auf dem Vulkan" auch zur fränkischen Fernsehsitzung zeigen.
Nachdem es immer schwerer wurde neue Themen für Schautänze zu finden, entschlossen sich Iris Leichauer und Gerlinde Kaiser ihre nächste Geschichte in Fernost entstehen zu lassen. Eine thailändische Göttin sollte von rebellierenden Kämpfern aus einem Tempel geraubt und wieder befreit werden.
Obwohl die Soul-City-Dancers sich mit diesem Schautanz nicht für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren konnten, wurde "Der Raub der Göttin" zu der bisher am meisten engagiertesten und vom beliebtesten Schautanzdarbietung. Es wurde um den Tanz herum eine 20minütige Show einstudiert, die das Publikum fesselte und sich bis zu einem Finale mit 30 Tänzern und Tänzerinnen steigerte.
Im Jahr 1996 kämpften sich die Soul-City-Dancers mit "Verschollen im ewigen Eis " wieder bis an die Schautanzspitze vor, wurden Süddeutscher Vizemeister und erreichten auf der Deutschen Meisterschaft einen vierten Platz. Mit einem Hubschrauberabsturz in einer Eiswüste begann die vertanzte Geschichte und zeigte wiederum, dass die Soul-City-Dancers immer neue Wege finden sich im Tanz auszudrücken. Die etwas härtere Musik des Kinofilms "Mortal Kombat" war ungewohnt und faszinierend zugleich.
Das Besondere an dieser Session war, dass sich alle drei Turniergruppen der Soul-City-Dancers (Jugend, Junioren und Aktive) gleichzeitig zu den Deutschen Meisterschaften in Münster qualifizieren konnten.
Doch der tänzerische Trend auf den Tanzturnieren veränderte sich und man wollte wieder zurück zu mehr karnevalistischen Schautänzen, so dass die Soul-City-Dancers in der Session 1998/99 mit ihrer Show "Space Rangers - Hüter des Friedens", einer Geschichte aus einer anderen Welt, nicht mehr so gut ankamen. Es sollten wieder lustigere Themen gewählt werden, mit weniger Kostümaufwand und neuen Bewertungskriterien.
Mit einer neuen Idee einer Parodie auf "Lucky Luke und die Daltons" machten sich die Soul-City-Dancers wieder ans Werk und es entstand ein witziger Tanz der mit Regisseur, Kameramann, Maskenbildnerin usw. den Alltag an einem Drehort mit einbezog. "The Making of...Lucky Luke" machte den Tänzern und Tänzerinnen sehr viel Spaß, verpasste aber knapp die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.
20 Jahre Soul-City-Dancers
Im Jahr 2000 feierten die Soul-City-Dancers ihr 20jähriges Bestehen und hatten sich für die neue Session nur eines gewünscht: Nach zwei Jahren einmal wieder mit ihrem Schautanz auf der Deutschen Meisterschaft dabei zu sein. Und sie haben es geschafft! Mit ihrem neuen Schautanz "Rund um Basketball" konnten sie sich auf den Süddeutschen Meisterschaften 2001 in Mannheim qualifizieren und erreichten auf der "Deutschen" einen achten Platz.
Nach einer Idee von Gerlinde Kaiser konnten Iris Leichauer und ihre neue Co-Trainerin Yvonne Braschke besonders viele verschiedene Tanzarten im neuen Turniertanz verarbeiten, da das Thema schon mehrere Musikvariationen vorgab. Vertanzt wird ein Basketballspiel mit Aufwärmtraining, Ballaktionen und Cheerleadereinlagen, verbunden mit zweimaliger Ausziehaktion. Choreographie, Tanzkombinationen und Kostüme steigern sich während dieser neuen, auf einem Turnier noch nie vorher gezeigten Schautanzdarbietung und begeisterten sowohl das Publikum als auch die Jury. Besonders neue Hebefiguren, Tanzelemente aus dem Hip Hop und das akrobatische Können der Tänzer und Tänzerinnen wurden anerkannt und bestaunt.
Nachdem sich die Soul-City-Dancers im Jahr 2000 auch von der Faschingsgesellschaft Helmbrechts getrennt hatten und sich die, in der Session 1997/98 gemeinsam gegründete gemischte Garde damit auflöste, begann Iris Leichauer mit Hilfe eines Sponsors eine neue gemischte Garde zu in Angriff zu nehmen. Innerhalb von zwei Monaten entstanden Tanz und Kostüme und die trainingseifrigen Soul-City-Dancers konnten sich bei den Fränkischen Meisterschaften mit einem zweiten Platz auf Anhieb zu den Süddeutschen Meisterschaften qualifizieren. Von diesem Erfolg hochmotiviert starteten sie dort mit fünf Tänzern und zehn Tänzerinnen, erreichten von 15 Garden einen siebten Platz und damit sogar die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. In Erfurt kam die erste gemischte Garde der Soul-City-Dancers auf Rang zwölf. Mit diesem Erfolg hatten weder Iris Leichauer noch ihr Co-Trainer Jörg Schwuchow gerechnet und sie konnten mit Recht stolz auf ihre Truppe sein.
Obwohl die Auftritte, das Anfertigen der Kostüme und das Training sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, haben sich die meisten der Soul-City-Dancers voll und ganz dem Tanz verschrieben und können sich nichts Schöneres vorstellen. Auch "Ehemalige" denken heute noch gerne an die Zeit zurück.
Ohne diesen Idealismus hätte es die Schautanzgruppe auch bestimmt nicht schaffen können, so gut und vielseitig zu werden und sich zu einer der bekanntesten Schautanzgruppen im karnevalistischen Tanzsport hochzuarbeiten. Aufgrund der hervorragenden Jugendarbeit wird die Hofer Tanzgruppe auch weiterhin bestehen und unter ihrem Heimatverein dem TSV Hof 1861, dem sie schon seit fast 21 Jahren angehören, auf Turnieren starten und bestimmt noch viele Erfolge holen. Vielleicht ist auch irgendwann wieder einmal ein Deutscher Meistertitel dabei !?!
Ein Meistertitel wurde es leider nicht. Aber immerhin erreichten die Senioren der Soul-City-Dancers in den folgenden beiden Jahren einen beachtlichen zweiten und dritten Platz auf der Deutschen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport. Ebenso sicherten sie sich den Titel des Süddeutschen Meisters, im Jahr darauf den des Vizemeisters und tanzten sich mit diesem Meisterwerk in die Herzen der Zuschauer. Somit darf sichGHOST- Gefangen im Geisterschloss, als einer der erfolgreichsten Tänze in die Geschichte der Tanzgruppe einreihen. Die Idee entstand aus einer älteren Show, die von Yvonne Braschke und Iris Leichauer zu einem phantastischen Turniertanz umgebaut wurde.
Die Saison 2003/2004 sollte aber noch weiter Erfolge mitsich bringen. So konnte die Gemischte Garde erstmals den Pokal des Drittplatzierten der Süddeutschen Meisterschaft in Empfang nehmen .
Doch es sollte noch besser kommen:
2005 Oberfränkische Meisterschaft.
Die Ur-Version von Piraten - Schrecken der Meere machte erstmalig auf sich aufmerksam.
Durch viel Arbeit konnte man sich am Ende der Saison mit einem sehr zufriedenstellenden fünften Platz bei den deutschen Meisterschaften zufrieden geben.
Wer aber die Soul-City-Dancers aus Hof kennt, der wei� da� sich diese von nichts abschrecken lassen.
Schnell steuerten sie ihr Piratenschiff wieder auf Angriffskurs und machten ein Turnier nach dem anderen unsicher.
Der Tanz wurde neu Aufgebaut und verbessert.
Z�hnefl�tschen erbeutete die wilde Horde einen Titel nach dem anderen, bis.....
ja bis eigentlich das unglaubliche passierte.
Ungeachtet der hohen Punkte des Favoriten enterte man in heimischen Gew�sser auch die B�hne der S�ddeutschen Meisterschaft in Bayreuth.
Gest�rkt entbrannte nun der Kampfesgeist und man segelte dem gro�en Finale entgegen.
Der Tag der deutschen Meisterschaft war gekommen.
Essen 2006. Die letzte Disziplin wurde in der Essener Grugahalle ausgetragen.
Wieder traf man dort auf den hohen Favoriten aus Kaiserslautern.
Diesmal fast direkt nacheinander.
Der Kampf konnte beginnen.
Der KVK verlie� die B�hne mit respektablen 477 Punkten.
Angetrieben von einem m�chtigen Orkan st�rmte nun die Black Guddi mit ihrer kampferprobten Besatzung nach vorne und konnte die alles entscheidende Schlacht f�r sich entscheiden.
Mit der Hoffnung auf eine ebenfalls gute Platzierung gingen die Soul-City-Dancers in der Disziplin Schautanz an den Start.
Hier galt es immerhin, den Titel des deutschen Meisters zu verteidigen, der vor einem Jahr nach einer Bilderbuch-Session mit sechs Turniersiegen in Folge erkämpft worden war.
In diesem Jahr war die Ausgangssituation jedoch eine vollkommen Andere, denn mit dem neuen Tanz "Casanova Noch immer eine Sünde wert?" konnten vorher noch keine Turniererfahrungen gesammelt werden, da der Titelverteidiger jeweils automatisch für die Endrunde der besten 15 qualifiziert ist und nicht zwingend an einem der zahlreichen Qualifikationsturniere und den Halbfinals teilnehmen muss.
Nur die Besucher der Prunksitzungen im Januar hatten bislang eine erste Bühnenversion des neuen Tanzes zu sehen bekommen und es war daher schon eine spannende Frage, wie die Endfassung des neuen Tanzes bei Jury und Publikum wohl ankommen würde.
Mit dem neuen Tanz wurde übrigens nicht zum ersten Mal in der Geschichte der Soul-City-Dancers bewusst ein etwas anderer Stil gewählt, mit dem man sich deutlich von den anderen Gruppen unterscheiden wollte.
Dazu kommt, dass dem Thema entsprechend auch einige pikantere Szenen im Tanz enthalten sind, die in Tänzer- und Zuschauerkreisen sicher noch heiß diskutiert werden.
Aber der Applaus des Publikums deutete bereits an, dass alle Bedenken allem Anschein nach unbegründet waren, was die Wertung der Jury bestätigte:
472 Punkte waren das zweitbesten Resultat in der Disziplin Schautanz an diesem Tag und die Soul-City-Dancers wurden somit mit dem neuen Tanz auf Anhieb Deutscher Vizemeister.